Mittwoch, 25. Januar 2012

Ein bisschen das Prunkvolle in Pattaya bewundern


In dieser frühen Phase ist mir das Grün am liebsten. Wenn es frisch und saftig aus den Knospen bricht. Machen wir uns nichts vor: Man mag die Jugend am besten. Die Alten machen grosse Worte, was für Vorteile das Alter hat. Erstunken und erlogen, ha ha.

Kleine Orchidee, die hier an einer Palme wächst. Small is beautiful, sagt man. Es ist halt hübsch und zart. Was nicht ausschliesst: Big is beautiful, too. Es ist halt beeindruckend.

Bestimmt verwandt mit der Bananenstaude. Baum der Reisenden genannt, weil sich in den Zweiggabelungen Tau sammle, den der durstige Reisende trinken kann. Nur: In den Tropen gibt es immer genug Wasser, sonst sähe diese Pflanze enthaltsamer aus.

Plumeria, auch Frangipani genannt. Ich glaube, Frau Frangipani liess sich durch ihren betörenden Duft zu einer Parfumkreation anregen. Nun in Thailand "Leelavadee" genannt, der poetische und wohlklingende Name persönlich vom König gegeben, damit sich der Baum mit seiner Blütenpracht endlich von seiner Todessymbolik in Thailand befreit.


Hat jemand etwas gegen technisches Design?

Dienstag, 24. Januar 2012

Auf der Flucht: Thailand


Von der psychiatrischen Klinik nach einem halben Jahr Aufenthalt direkt zum Flughafen Zürich, von dort mit Oman Air Richtung Bangkok. Zwischenstopp auf dem noch ruhigen Flughafen in Muscat.

Ein angenehmes, ruhiges, kleines Hotel gefunden, Eingang zum Beach Garden Pattaya.

Das Restaurant bei der Reception gelegen, hell wie das ganze Garten-Resort. Auch die Angestellten mit heller Art. Hier gibt es das Frühstück, das übrigens während 24 Stunden serviert wird. Wir sind ja in Pattaya...

Mein Zimmer. Nicht ein Bungalow, sondern in einem neuen Nebengebäude. Nicht ganz ursprünglich, dafür hell!

Blick aus dem Balkon meines Zimmers. Es ist nicht ein grosses Resort, dafür lieblich.

The pool. Klein und fein.


Aus einem Mail:

Nach meiner Ankunft am Samstagabend nahm ich ein Taxi nach Pattaya, wo ich ein Zimmer reserviert hatte. In dem Resort, in dem ich schon oft gewesen bin und das meine Lieblingsadresse war, gab es keine freien Bungalows mehr, dafür ein Zimmer in einem Annexgebäude, das dunkel und idiotisch eingerichtet war. Das Hotel auf Wochen hinaus ausgebucht, gab es auch keine Chance, in nächster Zeit einen Bungalow zu bekommen. Ich musste mich also nach einem anderen Ort umsehen. Nur, verflixt, sind alle Hotels in Pattaya ausgebucht.

Ich habe noch nie so viele Touristen wie dieses Mal hier gesehen. Sogar an der Strandpromenade geht man durch ein Volksgedränge. In der Walking Street kommt man kaum durch. Nun gut, es ist Hochsaison, aber diese Menschenmassen hier sind doch aussergewöhnlich. Es gibt natürlich die typischen Männer hier, aber man sieht noch mehr viele Ehepaare oder Familien, von der Grossmutter bis zum Enkel, Europäer, Russen, Araber ... Alle kommen her. Zum einen gibt es diese Touristenzunahme wohl, weil Thailand auch mit den leicht höheren Flugkosten aus Europa doch immer noch eine der günstigsten Destinationen ist, und dann sind für viele Touristen die Araberstaaten aus Nordafrika nach dem arabischen "Frühling" (wird wohl ein Winter werden) und der Radikalisierung der Staaten von Ägypten bis Marokko nicht mehr appetitlich für Badeferien. Schon am Flughafen sah ich Tausende Touristen an der Einreise. Drum wird es dann schwierig, noch ein Zimmer in einem erschwinglichen Resort zu finden. Es gibt die grossen Hotelblöcke, aber darin kann ich nicht wohnen. Wenn in Pattaya, will ich in einem Resort mit Bungalows und Garten sein, so wie die ersten Hotels hier waren. Ein wenig alte Zeit.

Bei meiner Wanderung gestern fand ich dann einen Ort, der mir gefiel und wo heute ein Zimmer frei wurde. http://www.thebeachgarden.com/
Die Angestellten waren so freundlich, wie es in früherer Zeit war. Ich mochte sie gut, und ich gab ihnen schon beim Einchecken all meine restlichen Schokoladen. Das Zimmer ist gut eingerichtet, mit einer grossen Fensterfront gegen den Garten und grossem Balkon. Gratis Internet auch. Ein Fernseher mit den gängigen europäischen Programmen, wovon ich Deutsche Welle am liebsten schaue. 1300 Baht in der Hochsaison inklusive Frühstück, das zu jeder Zeit genommen werden kann. Im Monat kommt das also auf etwa 1200 Franken, ab März dann wieder etwas günstiger. Mir ist wohl hier, ich bin dankbar, dieses Resort gefunden zu haben.
Im Cottage, wo ich zuerst war, waren auch einige Angestellte gehemmt bis ablehnend. Das letzte Mal, als ich dort war, wurde ja mein Zimmer ausgeraubt und ich verdächtigte den Hauptwächter. Hier nun ist eine grosse Ruhe, man hört nichts von den anderen Touristen und sieht sie auch kaum.

Dann brauchte ich nach meiner Ankunft auch ein neues Telefon. Mit dem iPhone kann man nicht roamen, die SIM-Karte ist von Land zu Land nicht so einfach auswechselbar. Ich entschied mich für das Samsung Galaxy S, eine Spur kleiner als das Galaxy, aber mit all seinen Funktionen. Ich stellte mir nicht vor, dass Android so vollständig anders als das Apple OS sein könnte. Das Phone läuft sehr schnell, schneller als das iPhone, aber es gibt so viele Möglichkeiten, dass man alles vollständig neu lernen muss. Ich schaffte es nicht einmal, dein Mail zu beantworten. Wahrscheinlich werde ich Wochen brauchen, bis ich das Gerät beherrsche. Dabei hilft, dass ich jederzeit in den Shop gehen kann, wo ich es kaufte, um es mir zeigen zu lassen, wenn ich anstehe. Die Leute haben Zeit, bzw. nehmen sich gerne die Zeit, um Nachhilfe-Unterricht zu geben. "You can come anytime", sagte mir der kleinwüchsige, schwule Ladenbesitzer, der immer lacht wie ein KInd. Thai eben.

Nach drei Nächten hier lächle ich offenbar auch schon zwischendurch. Die Friseurin gestern gab mir ein klares Feedback, ich sähe grimmig aus, wenn ich nicht lächle. Wer nicht lächle, liebe sich selbst nicht. Ich stimmte ihr zu. Trotzdem bemerke ich, dass wenn ich an einer Beer Bar sitze, die jungen Frauen sich nicht an mich wagen. Da ist immer noch Grimm und Schweigsamkeit (Abgekehrtheit) in mir. Dann freut mich umso mehr, wenn jemand mit mir das Gespräch sucht, wie gestern ein feiner, junger Kasakhe auf dem Zweireihertaxi, der hier Englisch studiert.

Dann liess ich mir auch bereits eine neue Brille machen. Die alte war seit Monaten gebrochen, und ich brauchte sie gleichwohl, mit Klebstreifen zusammengeflickt. Das neue Gestell ist eine Kopie von Silhouette, auch aus Titan, randlos, sie kostete mich knapp 6000 Baht, also nicht einmal 200 Franken. Da hat sich das Warten gelohnt.

Das ist's fürs Erste. Mache mich dann wieder an das Android, und muss mich dann irgendwann dringend an die Sonne legen, bin bleich wie ein Käse und rosafarben wie eine Sau.

Mittwoch, 23. März 2011

Ich bin vorgestern Nacht mit einer Überdosis Morphium haarscharf am Tod vorbeigeschrammt. Wäre ich liegen gegangen, hätte es mich umgebracht. Stattdessen habe ich stundenlang an einem Rosenstrauss herum gezupft und ihn als Heinzelmännchen neben Arabellas Bett gestellt. Sie sagte am Morgen "danke" und stellte ihn in die Stube, und ich dann auf den Esstisch, wo ich ihn soeben fotografiert habe.
Schön, nicht wahr?


Donnerstag, 9. September 2010

Bedingung



Ich glaube, dass ich ohne Beschuetzerin nicht leben kann.

Montag, 13. April 2009

Fruit and flowers



Dieser Lotos steht beim Swimming Pool des Marriott Resort and Spa in Bangkok. Beim Warten aufs Schiff, das mich über den Maenam setzen sollte, bewunderte ich die Blumen um den Swimming Pool. Dabei ging mir noch einmal die Camerière durch den Sinn, von deftiger Khmer-Art, mit scharfem Blick und katzenartig schön, von deren Aussehen und Ausstrahlung ich beim Frühstück so erschlagen war, dass es mir die Stimme verschlug, als sie mir den Kaffee einschenkte. Und da ich sie dann vor lauter Atemlosigkeit nicht in die Kamera zog, wurde halt dann dieses Wassergewächs das Bild des Tages. So was passiert mir nicht mehr! Reaktion bedeutet, eine Frau zu sehen, und sofort zu wissen, wann sie in die Kamera gehört, genau so wie bei einer Blume, die in die Augen sticht. Konstellationen von Blumen können sich wiederholen, drum ist die Dringlichkeit sie aufzunehmen nie so gross wie bei einer einmaligen Erscheinung, wie sie eine Frau ohnehin immer ist. 
Trotzdem sei hier auch meine Devotion zur Lotos-Blume gesagt. Ich lernte sie in den Jahren kennen, als ich in einer entlegenen thailändischen Provinz in einer Hütte inmitten von Reisfeldern lebte. In einem nahen Teich gab es haufenweise Lotos, und ich konnte mich einmal nicht halten, in den Schlamm zu steigen und einige der Protze auszureissen und nach Hause zu tragen. Aber sie erschlafften sofort, sobald sie nicht mehr im Wasser standen. Die Blume weigert sich, ihren Ort zu verlassen. Sie verweigert ihre Pracht ausserhalb. Das hat Stil.
Und dann geht mir bei ihrem Anblick auch der Buddha durch den Kopf, der auf die Frage, was seine Lehre sei, nur lächelte und eine Lotosblüte schwenkte. Die Lehre eine Blume! Das muss eine schöne Lehre sein, die sagt, dass das Leben so sein müsse wie der Lotos, der aus dem Dreck ans Licht wächst und sich weit über den Schlamm erhebt, um dort seine Pracht zu entfalten. Was soll mehr dazu gesagt werden?



Dann dieser Hibiscus, mit lüstern ausgestreckten Organen. Im Garten des Cottage in Pattaya aufgenommen. Die Blüte passt gut zu diesem Ort der gelebten Geilheit. 

Lotos und Hibiscus: zwei Gegensätze, die für Thailand stehen: Spiritualität und Hedonismus. Beide Pole sind in diesem Land vereint. 



Dagegen sind diese Dolden reiner Blümchen-Sex, gefunden in Südsizilen, an irgend einer dreckigen Strasse inmitten Abfalls. Ich war ihr dankbar, dass sie meinen Blick vom Zivilisations-Dreck, Strassenlärm und -staub hinaufzog. 



Genau wie dieser Baum, dem ich meine Referenz aussprechen möchte, dass er mir das Warten auf den Bus verkürzte, indem er mir seine verschiedenen Grünfarben hinunterstreckte, im fröhlichen Frühling.

Es braucht nun nicht viel Fantasie, in diesen beiden Pflanzenbildern das barocke Wesen der Italiener zu sehen. Überschwänglich und oberflächlich schön, es fehlt die Reduktion aufs Wesentliche und damit die Kraft. 

 

Ja, Blüten können einen Hang zum Ordinären haben, ohne Zweifel. Dabei zeigt aber die obige einige Rafinesse: man schaue ins Zentrum, und sieht man da nicht ein Ohr, und daneben eine Vulva? Wie raffiniert von ihr! Die Vorstellung des Ohrs bewirkt beim Betrachter Zärtlichkeit, und das Erblicken der Vulva erotische Anziehung. Besser kann Zuwendung nicht sein. 

Damit gibt diese Blüte gleich eine Anweisung, wie man eine Frau kennen und schätzen lernen kann. Man imaginiere ihr Ohr, und dann ihr Geschlecht, und dann beides miteinander. Vermutlich wird man mit dieser Übung einen guten Kontakt zu ihr entwickeln. 

Ich habe sie auf der Insel im Zentrum der Kykladen, auf Paros, erblickt. Nicht nur sie liess mich hier wohl sein, auch die Entlegenheit der Insel, und die Ruhe hier. 




Auch diese Lilien hier auf einem Spaziergang auf Paros gefunden. Sie bewirkt beim Betrachter Faszination, trotzdem bleibt man auf Distanz. Schönheit ist auch zu so was imstande, sie kann auch keusch sein. 


Dann diese Mandarine in einem Innenhof des Archäologischen Museums in Athen. Ihr Orange stimuliert den Speichelfluss, bewirkt unmittelbar beim Betrachter das Bedürfnis, ihr Inneres in den Mund zu saugen. Ich löste sie vom Zweig, aber sie entpuppte sie sich als ungeniessbar. Man würde einer solchen Erscheinung etwas Betrügerisches geben. Immerhin aber noch nicht kriminell wie gewisse Vogelbeeren oder kirschenähnliche Früchten an Sträuchern, die die Lust erwecken und dann den Gierigen vergiften. Im letzten Fall ist dann das Betrügerische bereits krimineller Schwindel. Im Gegensatz dazu ist die Mandarine nur ein Schlitzohr, deren Lektion schnell verstanden wird: Nur anschauen, nicht konsumieren! So holt sie sich Respekt. 

Fundstueck



Bitte behalte es für dich, ich sag es dir.

Arabella hatte seit Monaten einen Liebhaber, aber ich wusste es nicht. Ich bekam keine Liebe mehr von ihr, und sie hässelte mich auch häufig an oder setzte mich herab. Ich hatte keinen Einblick mehr in ihrer Arbeitspläne, sie ging aufgetakelt zur Arbeit, und ich durfte sie auch nicht mehr anrufen.
Im März war ich wegen Depression schon in der Klinik

Mitte April bis Mitte Mai ging sie auf einen Familienurlaub in ihr fernes Land, und ich kehrte aus der Klinik nach Hause, um für Simona zu schauen.

Eine Woche, nachdem Arabella nach Hause gekehrt war, fand ich heraus, dass sie mit einem Mann im Urlaub gewesen war. Sie hatte viel gelogen, aber irgendwann setzte sich in mir das Puzzle zusammen. Da brach ich zusammen, trank Wein, und als sie nach Hause kehrte, Samstag nachts, gab sie es zu, und ich drehte durch und schlug sie und demolierte die Wohnung.

Danach legte ich mich auch mit der Polizei an, und wurde dann von ihnen brutal verhaftet, verprügelt und fast getötet. Dann inhaftiert, wieder auf freien Fuss gesetzt, aber mit Kontakt- und Auslandverbot, aus der Familie verbannt, "heimatlos". Ich bewältigte das nicht, worauf ich mich wieder in die Klinik einweisen liess, wo ich immer noch bin.

Ich hoffe, dass Arabella und ich wieder zusammenfinden, ich bin vollständig abhängig, ihre seelische Nähe zu haben. Als sich ihre Seele von mir abwandte, ging ich auf den Weg zur Hölle.